
Presseartikel

Frei nach dem Motto "Mein Haus ist auch dein
Haus" tauschen tausende Urlauber jedes Jahr
ihr Haus oder ihre Wohnung mit Menschen aus anderen Ländern oder
innerhalb Deutschlands. Haustausch-Urlaub
nennt sich das Ganze und kommt immer mehr in
Mode. Über Anzeigen im Internet können Tauschwillige
passende Partner auswählen und wenn dann
noch alles stimmt, kann der Urlaub ins traute Heim der anderen
losgehen – was allerdings bedeutet, dass
man sein eigenes zu Hause Fremden überlässt. Was das
für eine Erfahrung ist und ob es sich lohnt, kann Senta
Möller, Mutter zweier Töchtern, erzählen.
Anne Höhn hat mit ihr gesprochen.


Das „Tauschobjekt“ in
Australien:Wohnung oder Hauswerden zumUrlaubsquartier für Fremde.
BZ: Frau Möller, wie sind Sie auf Homelink gekommen?
Senta Möller: Eine Freundin hat mich auf die Seite
aufmerksam gemacht. Das ist jetzt drei Jahre
her.
BZ: Wie lange hat es gedauert, bis Sie jemand
Passenden gefunden haben?
Möller: Das ging schnell, nach zwei Tagen haben wir
bereits ein passendes Angebot gefunden. Ein
Haus in Australien an der "Sunshine Cost" in der Nähe
von Caloundra.
BZ: Was hatten Sie als Gegenangebot?
Möller:
Unsere Wohnung in Freiburg und unser Ferienhaus in Frankreich,
jeweils für zwei Wochen.
BZ: Hatten Sie von Anfang an Vertrauen in die Sache?
Möller: Anfangs war ich skeptisch. Man geht
natürlich auch ein Risiko ein.
BZ: Haben Sie sich vorher verständigt?
Möller: Ja, wir haben E-Mail Kontakt gehabt, alles
auf Englisch natürlich. Als ich gesehen habe,
dass er Notar ist, hat mich das beruhigt, die Berufe sagen ja
auch etwas über Menschen aus. Durch den E-Mail-Kontakt und
Bilderaustausch ist Vertrauen entstanden.
BZ: Sollten die Tauchpartner auch Familie haben oder
spielt das keine Rolle?
Möller: Das hat für mich keine Rolle gespielt. Wenn
man allerdings eigene Kinder hat, ist es für
diese meist eine riesige Freude, mal in einem fremden
Kinderzimmer spielen zu können oder ein großes Trampolin im
Garten anzutreffen, oder gar einen
Swimmingpool. Für ältere Leute sind Kinderzimmer
überflüssig.
BZ: Wie war es für Sie, in die den privaten Raum von
Menschen "einzudringen",die Ihnen fremd sind?
Möller: Ich habe mich bisher immer sofort wohl
gefühlt, das war nie ein Problem. Die Häuser
und Wohnungen sind für die Gäste hergerichtet und man
hat deshalb nicht das Gefühl einzudringen, sondern willkommen
zu sein.
BZ: Haben Sie im Hinterkopf gehabt, dass jetzt
Fremde in Ihrer Wohnung sind?
Möller: Ja, aber auch nur in der Weise, dass ich
wollte, dass die Leute sich in meinem Haus
wohlfühlen. Deshalb ist es kein Problem. Man hat im übrigen
Versicherungen und nimmt auch mal kleinere Schäden in Kauf.
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